Frühe Zeichen von Erschöpfung wahrnehmen dürfen

Frühe Zeichen von Erschöpfung zeigen sich oft leise. Besonders Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit sind es gewohnt, aufmerksam für andere zu sein – dabei geraten die eigenen Signale leicht in den Hintergrund. Genau hier liegt ein wichtiger Schlüssel für nachhaltige Selbstfürsorge: Erschöpfung früh wahrnehmen zu dürfen, ohne sie zu bewerten oder zu übergehen.

Typische frühe Hinweise auf Erschöpfung sind körperliche Spannungen, innere Unruhe, häufige Müdigkeit oder das Gefühl, emotional schneller gereizt zu sein. Auch Konzentrationsschwierigkeiten oder der Wunsch nach Rückzug können Anzeichen dafür sein, dass das Nervensystem unter anhaltender Belastung steht. Diese Signale sind kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck eines Systems, das Unterstützung braucht.

Im pädagogischen Alltag bleibt oft wenig Raum, diese Zeichen ernst zu nehmen. Hohe Verantwortung, Zeitdruck und der Anspruch, für Kinder und Jugendliche präsent zu sein, führen dazu, dass eigene Bedürfnisse zurückgestellt werden. Dabei ist das Wahrnehmen früher Erschöpfungszeichen ein zentraler Teil von professioneller Selbstfürsorge und Fachkräfteschutz.

Ein erster Schritt ist, regelmäßig innezuhalten und den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen. Kurze Check-ins im Alltag – etwa ein Moment des Atemspürens oder das bewusste Wahrnehmen von Spannung und Entlastung – helfen, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen. So kann das Nervensystem frühzeitig reguliert werden, bevor Erschöpfung sich verfestigt.

Frühe Zeichen wahrnehmen zu dürfen bedeutet auch, sich selbst ernst zu nehmen. Wer rechtzeitig reagiert, schafft die Grundlage für langfristige Stabilität, gesunde Grenzen und eine verlässliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

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